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Ukrainische Grenze und zurück

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Ukraine Marienberg Hilfe nonstop
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Einmal ukrainische Grenze und zurück

Nach 1435 Kilometern Non-Stop-Fahrt fast das Ziel nicht gefunden (v.l.): Pascal Hoeger, Giovanni Traina, Famir el Merghini, Adrian Grzeschik, Joachim Wojtynek und Hans Huch nach dem Ausladen in einer Scheune nahe der ukrainischen Grenze.

 Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine wurden in Neuss Spenden gesammelt. Nach 20 Stunden Fahrt konnten die Hilfsgüter unweit der ukrainischen Grenze in Polen übergeben werden.

Genau 1435 Kilometer

Genau 1435 Kilometer hatten sechs Männer aus Neuss mit ihren beiden überladenen Hilfstransportern schon abgerissen, da verlor der kleine Konvoi im Gewirr des polnisch-ukrainischen Grenzgebietes doch die Orientierung. Erst die Polizei und ein anhaltender Autofahrer wiesen der Mannschaft um Adrian Grzeschik den Weg zu einem Bauernhof in der Nähe des Grenzstädtchens Przemysl im äußersten Südosten Polens, wo sie in einer leer geräumten Scheune abladen konnte. Und Joachim Wojtynek konnte nur staunen: „Der ganze Ort hat sich auf Hilfe umgestellt.“

Wojtynek ist Hausmeister am Gymnasium Marienberg

Wojtynek ist Hausmeister am Gymnasium Marienberg und meinte wie seine Begleiter, angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine für die Menschen in dem bedrängten Land etwas tun zu müssen. Ein Gefühl, dass viele teilen und auf unterschiedlichste Art umsetzen.Oberpfarrer Andreas Süß läutet unter dem Motto „Laut geben für den Frieden“ nicht nur jeden Abend um 19 Uhr fünf Minuten lang die Glocken von St. Quirin, sondern wirbt auch um Spenden für die Malteser, die seit Jahrzehnten in der Ukraine eigene Netzwerke aufgebaut haben. Gerd Faruß von „terres des hommes“ wirkt daran mit, dass die Kinderhilfsorganisation mit ihren Partnerorganisationen in Deutschland ukrainischen Kindern und ihren Familien Hilfe, psychosoziale Unterstützung und rechtliche Beratung anbieten kann. Schülerinnen des Mädchengymnasiums Marienberg wiederum sammelten Hilfsgüter – von Babykost über Hygieneartikel bis zu Verbandsmaterial –, die mit Hilfe von Mykola Pavlyk, Pfarrer der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche in Düsseldorf, auf den Weg ins Kriegsgebiet gebracht wurde. „Das Gebot der Nächstenliebe ist zentraler Bestandteil unserer Schulgemeinde“, betont Schulleiter Norbert Keßler. Und fügt hinzu: „Was im Moment passiert, geht uns alle an.“

Kleinstadt ein Ziel vieler ukrainischer Flüchtlinge

Das Ziel Przemysl ist eine Stadt mit rund 65.000 Einwohnern und liegt unmittelbar an der polnisch-ukrainischen Grenze. Nach gut  einer Woche Krieg hatte die Stadt schn 36.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Das empfanden auch Adrian Grzeschik von der Pegelbar und der Eisdielenbesitzer Giovanni Traina so. Sie erkundigten sich bei der Stadt Przemysl, was am dringendsten gebraucht wird, trugen innerhalb von nur zweieinhalb Tagen einen Berg an Hilfsgütern zusammen, den sie auf nachgereichten Wunsch der Hilfsorganisationen im polnischen Grenzgebiet noch um Socken, Taschenlampen und Thermo-Unterwäsche erhöhten, und machten sich auf den Weg. Neuss-Przemysl nonstop, weil mit Pascal Hoeger, Famir el Merghini und Hans Huck noch Mitfahrer gefunden wurden, die abwechselnd das Steuer der beiden Wagen übernehmen konnten.

Marienberger Hausmeister Hilfstransport Ukraine

Sammelpunkt auf dem Bauernhof im Karpatenvorlang

Los ging es am Freitagabend, doch es dauerte fast 24 Stunden, bis der zugewiesene Sammelpunkt auf dem Bauernhof im Karpatenvorlang gefunden war. Sie seien dringend erwartet worden, berichtet Wojtynek, denn nachdem sie am späten Samstagabend ihre Lastwagen abgeladen hatten, wurde schon am Sonntag ganz früh ein Teil der Ladung von polnischen Freiwilligen in kleinen Fahrzeugen über die Grenze gebracht. Sie, die Polizei und die an der Grenze wartenden Busse zur Aufnahme der Flüchtlinge waren das einzige, was die sechs Neusser vom Krieg wahrnehmen konnten. Man habe aber vor Ort gehört, dass sich die Flüchtlinge vor der polnischen Grenze auf einer Länge von 37 Kilometern stauten, ergänzt Grzeschik. Er hatte den Konvoi dank seiner polnischen Sprachkenntnisse zum Ziel gelotst, und er war es auch, der nach 300 Kilometern Rückfahrt für alle ein Hotel in Kattowitz fand. Denn der Akku war bei allen leer. Aber der anstrenge Ritt war ein Erfolg, sagt Grzeschik. Christoph Kleinau

Vor der Abfahrt in Neuss